Sowohl für Bürger wie für Unternehmen kritisch ist die drohende Abkopplung des ländlichen Raums von der Breitbandversorgung. Dies kann zu einer erheblichen Benachteiligung führen und zu einer tatsächlichen Spaltung der Gesellschaft! Ein Grund für diese Entwicklung ist in der Tatsache zu suchen, dass Breitband nicht zu der staatlichen Grundversorgung gehört, wie z.B. der Telefonanschluss oder der Briefkasten. Schon heute ist die Breitbandversorgung ein entscheidender Standortfaktor und kann für den Zuzug oder den Verbleib eines Unternehmens an einem Standort ausschlaggebend sein. In der Bildung können sich Nachteile für Schüler ergeben, wenn kein Breitbandanschluss verfügbar ist. Da die Breitbandversorgung nicht zur Grundversorgung gehört, treffen die Netzbetreiber die Entscheidung für oder gegen einen Netzausbau unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten. In anderen Ländern ist dies anders und so investieren staatliche oder kommunale Organisationen in Asien, aber auch in den Niederlanden oder in Skandinavien in den Netzausbau.
Ein möglicher Ausweg für betroffene Kommunen besteht in Eigeninitiativen und Kooperationen. Typischerweise gibt es in vielen Kommunen keine ausgewiesenen Kompetenzen im Breitband-Bereich und keine eindeutigen Zuständigkeiten. Daher fällt schon die grundsätzliche Bearbeitung von Fragestellungen rund um die Breitbandversorgung nicht selten schwer. Oft müssen Kommunen allein oder vertreten durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaften auf die Suche nach dem richtigen Anbieter gehen und nach einer Vorauswahl erste Gespräche führen. Dabei hat es sich bewährt, wenn schon im Vorfeld Information über Marktpotenziale und konkrete Nachfrage gesammelt werden. Auch ist es hilfreich, einen Kriterienkatalog für die Auswahl zu erstellen. Für die Erhebung von Marktinformationen ist eine aktive Öffentlichkeitsarbeit hilfreich und notwendig. Die Koordination der unterschiedlichen beteiligten Ämter, Organisationen und Unternehmen ist schon für sich gesehen eine anspruchsvolle Aufgabe.
Für betroffene Kommunen stellt sich die Frage, wie sie am besten vorgehen können. Vor einer Entscheidung zur Umsetzung sind verschiedene Fragen zu beantworten:
- Welche Technologie kommt für einen Ausbau in Betracht (Fiber-to-the-home, Ausbau der Kabel-Verteiler, ADSL, VDSL, Open-Access-Backbones, Richtfunk, WiMAX, WiFi, Mobilfunk, Satelliten)?
- Welche unternehmerische Rolle kann die Kommune (oder die Stadtwerke) in der Wertschöpfungskette einnehmen (Initiator, Infrastruktur-Dienstleister, Backbone-Betreiber, Teilnehmer-Anschluss-Netzbetreiber, Dienstebetreiber)?
- Ist der Aufbau einer passiven Telekommunikations-Infrastruktur aus Leerrohren und Mini-Pipes für den Hausanschluss zukuinftssicher und wirtschaftlich?
- Welche Investitionen sind für die Umsetzung zu erwarten?
- Welche Kooperationen sind erforderlich oder sinnvoll für die Umsetzung (Ingenieurbüros für Netzplanung, Betreiber von Glasfaserstrecken, überregionale Netzbetreiber, Systemhäuser, regionale Betreiber, Kabelnetz-Gesellschaften)?
- Gibt es Fördermittel für den Breitbandausbau?
- Wann müssen Ausschreibungen vor einem Vertragsabschluss durchgeführt werden?
Um den Weg zur Entscheidungsfindung zu erleichtern, bietet STZ-Consulting Group Workshops mit Telekommunikations-Experten an. Auf der Basis eines speziell für den Breitband-Ausbau erstellten und vorab zugeschickten Fragebogens werden in dem Workshop erste Empfehlungen zusammen mit den Entscheidern der Kommune (Bürgermeister, Wirtschaftsförderer, Vertreter der Stadtwerke, Ortsvorsteher) erarbeitet und die nächsten Schritte aufgezeigt.
Für die Stadt Sigmaringen wurde in einem Referenzprojekt ein Konzept für ein regionales Breitband-Zugangsnetz in Glasfaser-Technik mit Open-Access für Teilnehmer-Anschluss-Netzbetreiber entwickelt, mit dem in allen Stadtteilen eine Bandbreite von 16 MBit/s erreicht werden kann. STZ-Consulting Group kann Kommunen bei der Schließung von Versorgungslücken unterstützen beginnend mit der Analyse der Situation und dann bei der konzeptionellen Planung unter Einbeziehung von Kooperationspartnern. Erfahrungen können wir insbesondere bei der neutralen Identifikation und Einbindung strategischer Partner einbringen. Auch bei der Gründung von Breitbandinitiativen und der Gestaltung von Public-Private-Partnerships wirken wir gerne aktiv gestaltend mit. Anfragen zur Durchführung eines Workshops sind jederzeit über unser Kontaktformular möglich. |